{"id":19,"date":"2021-04-20T13:09:58","date_gmt":"2021-04-20T11:09:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.xn--homopathie-marienhafe-jec.de\/home\/?page_id=19"},"modified":"2021-08-02T14:14:04","modified_gmt":"2021-08-02T12:14:04","slug":"philosophie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.xn--homopathie-marienhafe-jec.de\/home\/philosophie\/","title":{"rendered":"Philosophie"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Auf den Spuren Hahnemanns (1755 &#8211; 1843)<\/h2>\n\n\n\n<p>Samuel Hahnemann, 1755 in Mei\u00dfen geboren, studierte Medizin in Leipzig, Wien und promovierte 1779 in Erlangen. Bereits nach kurzer Praxist\u00e4tigkeit war er unzufrieden mit den Verfahren der g\u00e4ngigen Medizin, deren Methoden er f\u00fcr sch\u00e4dlich und sinnlos hielt. Die damals als Medikamente gro\u00dfz\u00fcgig eingesetzten Gifte wie Quecksilber oder Arsen sch\u00e4digten zus\u00e4tzlich die kranken K\u00f6rper. Entt\u00e4uscht besch\u00e4ftigte er sich weiterhin mit Medizin und Chemie, um nach einer Therapie zu suchen, die wirklich half und nicht den Kranken noch zus\u00e4tzlich schadete.<\/p>\n\n\n\n<p>So begannen seine ersten Selbstversuche, bei denen er die giftigen Stoffe verd\u00fcnnte, versch\u00fcttelte und verrieb, um festzustellen, in welcher Dosis sie die von der Medizin gew\u00fcnschten Heileffekte erzielten.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Beharrlichkeit verfolgte er diese Idee und entwickelte daraus ein neues, sanftes Therapieverfahren, die Hom\u00f6opathie: \u201eW\u00e4hle, um sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein \u00e4hnliches Leiden (homoion pathos) f\u00fcr sich erregen kann, als sie heilen soll.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Er verstarb am 2. Juli 1843 in Paris.<\/p>\n\n\n\n<p>Auswahl, Ver\u00f6ffentlichungen von Dr. S. Hahnemann:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Ueber die Arsenikvergiftung, ihre H\u00fclfe und gerichtliche Ausmittelung. Leipzig 1786, Crusius.<\/li><li>Apothekerlexikon. 4 Theile in 2 B\u00e4nden, Leipzig 1793\u20131798.<\/li><li>Versuch \u00fcber ein neues Princip zur Auffindung der Heilkr\u00e4fte der Arzneisubstanzen, nebst einigen Blicken auf die bisherigen. In: Hufelands Journal der practischen Arzneykunde, Bd. 2 (1796), 3. St\u00fcck, S. 391\u2013439.<\/li><li>Ueber die Kraft kleiner Gaben der Arzneien und der Belladonna insbesondere. In: Hufelands Journal der practischen Arzneykunde, Band 13 (1801), 2. St\u00fcck, S. 152\u2013159.<\/li><li>Fragmenta de viribus medicamentorum positivis sive in sano corpore humano observatis. Leipzig 1805, Barthius.<\/li><li>Organon der rationellen Heilkunde. Arnoldische Buchhandlung, Dresden 1810. (Sp\u00e4ter publiziert als: Organon der Heilkunst. 2. Auflage: Dresden 1818. 3. Auflage: Dresden 1824. 4. Auflage: Dresden und Leipzig 1829. 5. Auflage: Dresden und Leipzig 1833. 6. Auflage (posthum): Leipzig 1921 (nach der handschriftlichen Neubearbeitung Hahnemanns hrsg. und mit Vorwort versehen von Richard Haehl).)<\/li><li>Reine Arzneimittellehre. Theil 1\u20136. Leipzig 1811\u20131821.<\/li><li>Die chronischen Krankheiten. Ihre eigenth\u00fcmliche Natur und hom\u00f6opathische Heilung, Theil 1\u20135. Leipzig 1828\u20131830.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Lebenskraft<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Begriff \u201cLebenskraft\u201d (lateinisch Vis vitalis) taucht bei Hahnemann ab der 5. Auflage des Organons auf. Aber was ist die Lebenskraft?<\/p>\n\n\n\n<p>Hahnemann selbst beschreibt sie wie folgt: \u201eDer materielle Organismus \u2013 ohne Lebenskraft gedacht \u2013 ist keiner Empfindung, keiner T\u00e4tigkeit und keiner Selbsterhaltung f\u00e4hig; er ist tot und, wenn er blo\u00df der physischen Au\u00dfenwelt unterworfen ist, fault er und wird wieder in seine chemischen Bestandteile aufgel\u00f6st.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr ihn definiert sich die Lebenskraft als das, was ein Wesen von einem unbelebten Objekt unterscheidet &#8211; etwas, das \u201cim gesunden Zustand unumschr\u00e4nkt [waltet] und alle Teile in harmonischem Lebensgang\u201c h\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p>In der klassischen Hom\u00f6opathie spielt der Begriff der Lebenskraft aber auch noch heutzutage eine zentrale Rolle. In der Lehre der klassischen Hom\u00f6opathie kann Heilung (nicht durch ein hom\u00f6opathisches Arzneimittel erreicht werden, sondern) nur durch die Korrektur der sog. Lebenskraft.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Der lebendige Organismus kann prim\u00e4r auf dreierlei Arten beeinflusst werden. 1. Mechanisch, 2. Chemisch, 3. Dynamisch.&#8220;<\/p><cite>Stuart Close<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die potenzierten Arzneien<\/h2>\n\n\n\n<p>Hahnemann entdeckte, dass die Arzneien ihre Wirkung verst\u00e4rkten, aber gleichzeitig die Toxizit\u00e4t der enthaltenen Stoffe abnahm, wenn er den Arzneistoff mit einem nicht arzneilichen Stoff verd\u00fcnnte. Hierzu verwendete er bei festen Substanzen Milchzucker und verrieb die Arzneisubstanz im M\u00f6rser mit Milchzucker, um eine gleichm\u00e4\u00dfige Durchmischung zu erreichen. Fl\u00fcssige Arzneisubstanzen verd\u00fcnnte er mit einer Alkohol-Wasser-Mischung und sch\u00fcttelte diese &#8211; auch hier zu dem Zweck einer guten Durchmischung. Hahnemann stellte zu seiner \u00dcberraschung fest, dass die Wirksamkeit der Arzneimittel mit zunehmender Verd\u00fcnnung zunahm. Sp\u00e4ter standardisierte er dieses Verfahren und nannte es Potenzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach genauer Vorschrift werden die Arzneien in Stufen verd\u00fcnnt und versch\u00fcttelt. Das Wort \u201cPotenz\u201d leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet Kraftentfaltung. In der Hom\u00f6opathie wird damit die Verst\u00e4rkung der Arzneiwirkung durch das spezielle Herstellungsverfahren bei der Herstellung der hom\u00f6opathischen Arzneien bezeichnet. Hom\u00f6opathische Arzneien sollen die sog. Lebenskraft zur Selbstregulation anregen. Zur Bezeichnung des jeweiligen Verd\u00fcnnungsschrittes wird eine D f\u00fcr &#8222;Dezimal&#8220; (1:10) und eine C f\u00fcr \u201eCentismal\u201c (1:100) zusammen mit der Anzahl der Verd\u00fcnnungsschritte verwendet. Die so beliebten Globuli werden mit der jeweilig potenzierten Substanz impr\u00e4gniert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Geheimnis und die St\u00e4rke der hom\u00f6opathischen Medikamente liegen in der Potenzierung und der geringen Dosierung. Wissenschaftlich nachweisbar sind Inhaltsstoffe in den Arzneien bei tiefen Potenzen sowie bei Urtinkturen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Herstellung wird <a href=\"https:\/\/www.vkhd.de\/patienten\/homoeopathie\/homoeopathische-arzneimittel-und-die-potenzen\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" class=\"content-link\"><strong>hier<\/strong><\/a> beschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Grundannahme zur Wirkweise der klassischen Hom\u00f6opathie<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Grundlage einer jeden hom\u00f6opathischen Behandlung ist laut Hahnemann die Lebenskraft. Diese zur \u201eKorrektur\u201c anzuregen und dabei zu schonen und zu sch\u00fctzen ist deshalb in jeder klassisch hom\u00f6opathischen Behandlung das oberste Ziel.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Reiz f\u00fcr die dynamisch arbeitende Lebenskraft kann ausschlie\u00dflich ein auf dynamischer Ebene wirkender Reiz bewirken. Durch das Potenzieren (verd\u00fcnnen, verreiben, versch\u00fctteln = Dynamisation der Arzneien) haben diese Arzneien Zugang zur Lebenskraft. Das auf Basis des \u00c4hnlichkeitsgesetzes herausgesuchte korrekt gew\u00e4hlte Mittel arbeitet mit der Lebensenergie und balanciert die Lebensenergie wieder aus.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das wissenschaftliche Verst\u00e4ndnis vom menschlichen K\u00f6rper hat sich in den letzten hundert Jahren immer wieder ver\u00e4ndert und neu orientiert, weil immer neue Erkenntnisse gewonnen werden. Und das ist gut so. Wir sind noch lange nicht am Ende unserer Entdeckungsreise angekommen. T\u00e4glich arbeiten tausende von Forschern daran, die Medizin weiterzuentwickeln und zu verbessern.&nbsp;Aber dennoch bin ich zuversichtlich, dass die Hom\u00f6opathie und die Schulmedizin zueinander finden und Hand in Hand gehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine gute Zusammenfassung von wissenschaftlichen Studien finden Sie <a href=\"https:\/\/www.vkhd.de\/therapeuten\/homoeopathie-forschung\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" class=\"content-link\"><strong>hier<\/strong><\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den Spuren Hahnemanns (1755 &#8211; 1843) Samuel Hahnemann, 1755 in Mei\u00dfen geboren, studierte Medizin in Leipzig, Wien und promovierte 1779 in Erlangen. Bereits nach kurzer Praxist\u00e4tigkeit war er unzufrieden mit den Verfahren der g\u00e4ngigen Medizin, deren Methoden er f\u00fcr sch\u00e4dlich und sinnlos hielt. 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